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Zum Ende der Seite springen Das brutale Geschäft der Rocker
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Denniboy
Routinier


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Das brutale Geschäft der Rocker Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden         Zum Anfang der Seite springen  Zum Ende der Seite springen

Sie fesselten, knebelten, folterten: In Hannover steht ein gutes Dutzend Hells Angels vor Gericht. Sie sollen Rockerrivalen schwer misshandelt haben. Die "extreme Brutalität" der Täter wirft ein Schlaglicht auf eine gefährliche Szene, die enorm an Zulauf und Einfluss gewinnt.

Hamburg - Die Männer hatten sich auf die Lauer gelegt, in einer Autowerkstatt in Stuhr bei Bremen. Als die fünf Bandidos - darunter auch Heino B., der sich später mit dem Mord an dem Ibbenbürener Hells Angel Robert K. für diesen 22. März 2006 rächen sollte - nacheinander vorfuhren, schnappten sie sich die verhassten "Tacos", fesselten und knebelten sie und verbanden ihnen die Augen. Dann bearbeiteten sie die Wehrlosen unter anderem mit Axtstielen. Stundenlang. Selbst erfahrene Ermittler zeigten sich anschließend schockiert von der "extremen Brutalität", mit der die Täter zu Werke gegangen waren. Die Opfer erlitten schwerste Verletzungen am ganzen Körper. Am heutigen Montag beginnt nun vor dem Landgericht Hannover das Verfahren gegen ein gutes Dutzend Bremer Hells Angels, die für den Überfall auf ihre Rockerrivalen verantwortlich sein sollen: Ugur A., Kirsten E., Thomas G., Andreas H., Daniel J., Hans-Jörg K., Andreas M., Christian M., Frank N., Thomas P., Andree P., Kai S., Marcel S. und Olaf W. werden gemeinschaftlicher schwerer Raub und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Rocker in Deutschland Dabei pflegen die Rocker in der Öffentlichkeit doch so gerne das Bild der harten Kerle mit Herz, der Motorradliebhaber und unangepassten Individualisten, von denen nur wenig Gefahr ausgeht. Polizisten aus Landes- und Bundesbehörden jedoch sind da mittlerweile ganz anderer Auffassung. Die Beamten rechnen zahlreiche Mitglieder der Hells Angels und Bandidos längst der Organisierten Kriminalität zu. Einer Europol-Studie aus dem Jahr 2005 für Kanada und Europa zufolge wurden 56 Prozent aller "Höllenengel" schon einmal wegen Drogendelikten, Verstößen gegen das Waffengesetz oder Gewalttaten verurteilt. Das Bundeskriminalamt teilte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE mit, man gehe derzeit von 3400 "polizeilich relevanten" Rockern in 300 örtlichen Ablegern aus. Es hätten sich aber einzelne "Gruppierungen etabliert, deren Geschäftsgebaren unter Anwendung von Gewalt auf einen territorialen und finanziellen Machtzuwachs gegenüber konkurrierenden Clubs abzielt". Im Klartext: Rockerkrieg in Deutschland. Wildwest im Osten Besonders offen tritt die Brutalität der "Outlaws" derzeit in Berlin, Brandenburg und Leipzig zutage, wo sich die tödlich verfeindeten und doch so absurd ähnlichen Gruppierungen mit beunruhigender Offenheit bekriegen. In der Hauptstadt stellte die Polizei allein in diesem Jahr bei Razzien gegen Rocker "Hunderte Hieb- und Stichwaffen" sowie Pistolen und Gewehre sicher, wie ein Beamter sagte. In Cottbus verurteilte das Landgericht unlängst den Bandido André S., 26, wegen eines Angriffs mit Reizgas und Drogenhandels zu dreieinhalb Jahren Gefängnis. Er hatte im Februar 2007 in einer Disco mit einer Gaspistole um sich geschossen und zwei Besucher im Gesicht verletzt. Auch handelte der Rocker nach Auffassung der Richter gewerbsmäßig mit mehreren hundert Gramm Rauschgift. Zugleich jedoch sprach die 1. Große Strafkammer den Angeklagten vom Vorwurf des versuchten Totschlags frei. S. war im Februar 2008 in der Cottbuser Innenstadt von bis zu 20 rivalisierenden Hells Angels attackiert worden. "Aus Notwehr", so der Vorsitzende Richter, habe S. "ungezielte Schüsse" auf die Angreifer abgegeben und einen der Männer lebensgefährlich verletzt: Wildwest im Osten. Als derzeit besonders umkämpft gilt Leipzig. Dort trieb das gewohnt großspurige Auftreten der "Höllengel" besonders seltsame Blüten, als Mitglieder des mit tatkräftiger Unterstützung aus westdeutschen Ablegern neu formierten "Charters" im September die Gottschedtstraße für den Verkehr sperrten und Personenkontrollen vornahmen. Offenbar wollten die Angels ihren Kontrahenten demonstrieren - die Bandidos feierten an diesem Abend die Gründung ihres örtlichen "Chapters" - wer Herr im Hause ist. In der 510.000-Einwohner-Stadt lässt sich gerade besonders anschaulich studieren, was Beamte bundesweit als Trend ausgemacht haben. Die lokale Milieugröße Mike R., seit Jahren groß mit Table-Dance-Bars und Bordellen im sächsischen Rotlichtgeschäft, hat sich inzwischen den Hells Angels angeschlossen. Er fungiert als designierter Präsident der im August gegründeten Filiale. Im Gegenzug soll die Gang des armenischen Profiboxers Artur T., 23, auch er eine Halbweltgröße, inzwischen mit den Bandidos angebandelt haben. "Grundsätzlich treffen bei der jetzigen Entwicklung der Rockerszene die gleichen Personen aufeinander", zitierte die "Dresdner Morgenpost" aus einem Dokument des dortigen Landeskriminalamts, "welche ihren Konflikt teilweise bereits gewalttätig im 'Leipziger Disco-Krieg' ausgetragen haben. Hier zeichnet sich auf Dauer ein ernstzunehmender Brennpunkt für bevorstehende gewalttätige Auseinandersetzungen ab." Milieugrößen fahren nun Motorrad Etablierte Kiezgrößen schlüpfen in die Kutten der "Outlaws" - ein Spezialermittler eines westdeutschen Landeskriminalamts nennt dieses Phänomen im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE den "schnellen, zweiten Weg, Rocker zu werden". "Die Organisierte Kriminalität sucht zunehmend Schutz unter dem Dach starker Marken", so der Polizist. "Hier finden sie, was sie für ihre Geschäfte brauchen: schlagkräftiges Personal, das ohne Bezahlung zulangt, und eine furchteinflößende Aura. Beides hält ihnen bestenfalls die Konkurrenz vom Hals." Das Fußvolk - zumeist Männer Ende 20 mit einem stark ausgeprägten Faible für Kampfsportarten, Kraftsport und Kameradschaft - braucht für gewöhnlich deutlich länger, um zum vollwertigen Rocker aufzusteigen. Wer dazugehören will, muss sich dem jeweiligen Club andienen, den Handlanger spielen, die Drecksarbeit machen. Vielleicht jahrelang. Um sich irgendwann einmal die ängstlichen oder bewundernden Bürgerblicke gönnen zu können, haben sich die "Outlaw"-Azubis lange Zeit sehr klein zu machen - erst Kriecher, dann Krieger. "Hangaround", "Prospect", "Member", "Offizier" - die ausgeklügelte Hierarchie derjenigen, die doch außerhalb des Gesetzes stehen wollen, kennt viele Stufen und nimmt es leicht mit jedem Schützenverein auf. Wie im typisch deutschen Spielmannszug gibt es auch bei den Hells Angels Kassenwarte, Brauchtumsbeauftragte, Ausflugsorganisatoren - auf wenn diese sich "Treasurer", "Sergeant at Arms" und "Road Captain" nennen. Gesetzlosigkeit geht trotzdem anders. 2. Teil: "Geld, Gebiete, Macht" In einem Mordprozess vor dem Landgericht Münster enthüllte ein Aussteiger Anfang des Jahres Details aus dem Innenleben der Bandidos. Rolf D. zeichnete in seiner Aussage das Bild einer kriminellen Bande mit kleinbürgerlichen Zügen. Demnach zahlten die Rocker aus Münster eine monatliche Mitgliedsgebühr von 110 Euro, die teilweise sogar per Lastschriftverfahren auf ein Gemeinschaftskonto bei der Sparkasse Greven ging. Daneben gab es laut D. jedoch eine sogenannte "Tomatenkasse" des "Chapters", in die "sämtliche Gelder aus den Geschäften mit Koks, Waffen und Frauen" eingezahlt worden seien. Im Mai 2007 hätten sich darin etwa 65.000 Euro befunden. Freimütig plauderte D. auch über die Maschinenpistolen, Handgranaten und abgesägten Schrotflinten der Bandidos. "Ich kannte keinen, der keine Waffe hatte", so D. Einmal sei den Rockern sogar eine Panzerfaust zum Kauf angeboten worden, doch "es gab hier niemanden, der sich damit auskennt". In den ständigen Auseinandersetzungen mit den Hells Angels, die im Mai 2007 schließlich in den Mord an dem Ibbenbürener Motorradhändler und "Höllenengel" Robert K., 47, mündeten, sei es um "Geld, Gebiete und Macht" gegangen, wie Zeuge D. sagte. Die Clubchefs hätten ihre Männer aus Gewinnsucht in erbarmungslose Auseinandersetzungen auf Leben und Tod getrieben. "Sie haben da mitzumachen. Da können sie nicht 'Nein' sagen", erklärte D. dem Gericht das unerbittliche Rockerprinzip von Befehl und Gehorsam: Widerspruch wird nicht geduldet. Gesetz des Schweigens Rolf D. ist ein seltener Fall, "ein Verräter", wie er selbst sagt, einer, der aus persönlicher Verzweiflung mit dem ehernen Rockergesetz gebrochen hat, niemals mit der Polizei zu sprechen. Zumeist aber haben selbst die Opfer der Banden noch so viel zu verlieren, dass sie lieber schweigen, als über ihre Peiniger auszupacken. "Es ist unheimlich schwer für uns, in der Szene zu ermitteln. Man kommt nur ganz langsam weiter", sagt ein Beamter. Dabei markieren die Rocker ihre Reviere sehr unverhohlen: So erschien etwa in der August-Ausgabe 2007 des Szenemagazins "Biker News" folgende "Bekanntmachung": "In Oldenburg gibt es nur einen Club, der das Sagen hat und das ist der Bandidos MC Oldenburg! Alle Absprachen erfolgen nur über uns." Eine "Biker News"-Nummer später hatte die Konkurrenz kapituliert - und teilte das schriftlich mit. So viel Ordnung muss sein. Besonders eindrucksvoll ist es auch dem Hannoverschen Angels-Anführer Frank H. in den vergangenen Jahren gelungen, nicht nur die Konkurrenz weg-, sondern sich auch in die besten Kreise vorzubeißen. Wenn der 1,96 Meter große glatzköpfige Hüne, vorbestraft wegen gefährlicher Körperverletzung, etwa anlässlich seines Geburtstags einlädt, folgen einflussreiche Männer wie Staranwalt und Gerhard-Schröder-Intimus Götz von Fromberg dem Ruf des "Langen". Auch andere Honoratioren zeigen sich öffentlich mit dem "Höllenengel", während bürgerliche Geschäftsleute die Durchsetzungsstärke des Ex-Boxers preisen, der den Kiez an der Leine, das Steintorviertel, angeblich befriedet habe. Hannovers "Höllenengel" Sogar die Lokalblätter setzen sich mit den Rockern ins Boot, eines entblödet sich nicht, ausgerechnet auch denjenigen Redakteur die "erstaunliche Resozialisierung" und "erfolgreiche Wiedereingliederung" des Frank H. preisen zu lassen, der nach Recherchen des Bremer "Weser-Kuriers" einem Kiezmagazin mit erheblicher Hells-Angels-Nähe zugearbeitet hat. Die Rocker haben sich geschäftlich in Hannover gut eingerichtet. Angehörige der Hells Angels sind in unterschiedlichen Konstellationen nicht nur an Bordellen und Bars, sondern auch an einem Immobilienunternehmen, einer Getränkevertriebsgesellschaft und mehreren Sicherheitsfirmen beteiligt. Bei Großveranstaltungen in Hannover sorgen daher nicht selten polizeibekannte Schläger für die "Sicherheit" der Besucher. Auch einer der Hooligans von Lens, die bei der Fußball-WM 1998 den französischen Polizisten Daniel Nivel zum Krüppel schlugen, hat nach dem Ende seiner Haft bei den Angels neue Aufgaben gefunden. "Das geht zu weit" Nach Erkenntnissen des Landeskriminalamts gehen Rockergruppierungen in Niedersachsen inzwischen "arbeitsteilig, gezielt und systematisch vor". Sie seien zum Teil wie Unternehmen aufgestellt und verfügten über "hochkarätige Anwälte, PR-Profis und weitere Spezialisten". Es liege die Vermutung nahe, dass "illegale Einnahmequellen durch legale Aktivitäten überdeckt werden". Doch mit ihrem betriebswirtschaftlichen Erfolg geben sich die Rocker offenbar nicht zufrieden. Inzwischen beanspruchten die Angels quasi-staatliche Rechte für sich, berichtet ein örtlicher Unternehmer mit unverhohlenem Ärger in der Stimme. Der Geschäftsmann wollte zu einem Fest im Steintorviertel einen Delikatessenstand aufbauen. Man habe ihm jedoch sehr klargemacht, dass er dazu nicht nur die Genehmigung der zuständigen Behörden brauche, sondern auch das Plazet des Rockerkönigs Frank H. "Ich bin fast vom Stuhl gefallen, als ich das hörte", so der Unternehmer. "Das geht endgültig zu weit." spiegel online
21.02.2011 12:43 Denniboy ist offline E-Mail an Denniboy senden Homepage von Denniboy Beiträge von Denniboy suchen Nehmen Sie Denniboy in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Denniboy: . YIM-Name von Denniboy: . MSN Passport-Profil von Denniboy anzeigen

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